Die Renaissance der Strickkrawatte

Einst gehörte sie in den Kleiderschrank eines jeden Herren, doch dann geriet sie in Vergessenheit. Die Rede ist von der Strickkrawatte. Ihre grobe Oberfläche und ihr markantes Erscheinungsbild waren lange Zeit nur selten zu erspähen. Doch dies wandelt sich in den letzten Jahren so langsam. Wer auf den Halsschmuck der Männer achtet, wird die Strickkrawatte immer öfter entdecken. 

Nur ein Beispiel ist der Entertainer und Moderator Kai Pflaume, der sich am 25.04.2015 in der ARD mit einer braunen Strickkrawatte und einem darauf abgestimmten Einstecktuch präsentierte.

Moderator Kai Pflaume mit einer braunen Strickkrawatte am 25.04.2015 bei der ARD-Show "Klein gegen Groß"

Im Jahr 2014 verriet auch Deutschlands Herren-Modeexperte Nummer 1 Bernhard Rötzel im Interview mit der Süddeutschen Zeitung: "Es darf auch mal eine Strick- oder Wollkrawatte sein. Gerade bei einfarbigen Exemplaren wirke das sehr elegant, aber schaffe trotzdem Abwechslung."

Stilexperte Bernhard Rötzel mit einer blauen Strickkrawatte, Foto: Erill Fritz

Aber die Strickkrawatte findet nicht nur bei der Generation Kai Pflaume und Bernhard Rötzel gefallen: Die App Mr. Noble, die 2014 das Licht der Welt erblickte, hat der Strickkrawatte ein eigenes Kapitel gewidmet:

Screenshot aus der Lifestyle-App "Mr. Noble"

Nun ist dies erstmal nur ein Gefühl der Renaissance der Strickkrawatte, welches natürlich subjektiv beeinflusst sein kann. Aber was sagt die Statistik? Auf google-trends kann man sich anzeigen lassen, wie oft ein Schlagwort in der letzten Zeit gesucht wurde:

Google-Suche nach dem englischen Begriff für Strickkrawatte: "Knitting Tie": Ein klarer Trend nach oben.

Wer sich jetzt innerlich freut und an seine vergilbte Strickkrawatte aus den 70er Jahren denkt, die die letzten vier Jahrzehnte hinten im Kleiderschrank überdauert hat, sollte noch einmal kurz inne halten. Die heutigen Strickkrawatten haben außer der Form nichts mehr mit den Schläuchen aus Plastik gemeinsam, die früher mal die verrauchten Chefetagen dominierten.

Heute handelt es sich um ein Hightech-Naturprodukt: Kilometerlange Seidenfäden werden hunderte Male zu einem dicken festen Seidengarn verwoben, aus dem mit viel Handarbeit dann dieses edle Herren-Accessoire entsteht. In diesem Sinne ist es viel mehr eine optische Renaissance, denn das Produkt ist nicht mehr das gleiche.



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